Eisbärengehege

Das Eisbärengehege aus dem Jahr 1999 gehört noch immer zu einem der besten Eisbärengehege der Welt. Es wurde hauptsächlich vom Verhalten der Tiere ausgehend entworfen und außerdem so angepasst, dass auch die Wünsche des Publikums erfüllt werden, die die Tiere gern auf eine spannende Art und Weise erleben möchten. Das Gehege hat acht Fenster für Publikum, durch die man die Eisbären sowohl an Land als auch in und unter Wasser betrachten kann. In diesen Fenstern sind Glasscheiben, so dass das Publikum sehr nah an die Tiere herankommen kann. Der Wasserteil selbst nimmt einen großen Teil des Geheges ein und bietet die Möglichkeit, die Tiere u.a. mit lebenden Forellen zu füttern. Dies ist eine gute Aktivierung der Tiere und gleichzeitig ein tolles Erlebnis für das Publikum. Die Tierpfleger verstecken des Öfteren Fleisch und Fett an verschiedenen Stellen des Geheges, um die Tiere zu stimulieren und zu aktivieren, und der Landteil besteht aus kleinen Steinen, in denen die Eisbären graben können.  Es gibt zwei durch einen Graben voneinander getrennte Gehege, um zum einen ein Männchen von einem Weibchen mit Jungen trennen zu können und zum anderen das Saubermachen zu ermöglichen. Das Publikum kann nicht in die Ställe hineinblicken, aber das Leben hinter den Kulissen kann über eine Überwachungskamera am Gehege mitverfolgt werden. Mit dem Gehege verbunden ist auch eine Fanghütte, die aussieht wie die Hütten im nordöstlichen Grönland. Auf diese Weise verstärkt sich der Eindruck, die Tiere so authentisch wie möglich zu erleben. Im Gehege wohnen drei erwachsene Eisbären und ein Junges.

Die erwachsenen Eisbären sind:
MALIK, die am 19. Dezember 2000 im Aalborg Zoo geboren wurde. Ihr Vater, Nanok, und ihre Mutter, Nuka, sind beide tot.
VICTORIA, die am 12. Dezember 1996 im Rostocker Zoo geboren wurde. Sie kam am 22. Juli 1998 zum Aalborg Zoo.
FELIX, der am 24. November 2001 im Wiener Zoo geboren wurde. Er kam am 1. April 2008 über Karlsruhe und den Tierpark in Nürnberg zum Aalborg Zoo. Felix ist der Vater der berühmten Flocke, die am 11. Dezember 2007 im Nürnberger Zoo geboren wurde.


Es gab schon lange keine Eisbärenjungen mehr im Gehege, da der Zoo mehrere Jahre lang darauf wartete, ein Eisbärenmännchen zu bekommen, aber 2008 kam Felix hinzu, und er wurde glücklicherweise von Victoria und Malik gut empfangen. Viele Wochen lang war der virile Felix mehr oder weniger nur damit beschäftigt, sich mit den beidenWeibchen zu paaren, aber im Laufe des Sommers hatten Victoria und Malik die Nase voll von Felix, was darauf hindeutete, dass sie trächtig waren. Am 7. Dezember gebar Victoria zwei Junge, von denen das erste im Außengehege geboren und in die soeben fertig gestellte Geburtshöhle getragen wurde. Hier wurde das zweite Junge geboren. Leider starb das eine der beiden, aber das überlebende Junge ist kerngesund. Davon kann man sich ein Bild machen, wenn man vom heimischen Computer aus das Leben in der Geburtshöhle über eine Web-Kamera verfolgt. (beobachten Sie die Geburtshöhle hier). Es ist hiermit zum ersten Mal möglich, über das Internet Live-Bilder aus der Geburtshöhle eines Eisbären zu zeigen, und das war ein großer Erfolg – im ersten Monat haben sich etwa 80.000 Menschen in insgesamt 75 Ländern eingeklickt und das neue Eisbärenjunge gesehen.
Malik ist nicht Mutter geworden, und da Eisbärengeburten normalerweise im Dezember oder Anfang Januar stattfinden, ist sie entweder nicht trächtig gewesen oder hat eine Fehlgeburt erlitten, ohne dass die Tierpfleger es bemerkt haben.

Das Eisbärenjunge, das beim Verfassen dieses Textes fünf Wochen alt ist, erfreut sich bester Gesundheit und wiegt nun etwa 3 kg, womit es sein Geburtsgewicht versechsfacht hat. Das Junge wird bereits aktiver und hat seine ersten Schritte in der Höhle gemacht. Man hat somit nun die einmalige Gelegenheit, das Junge beim Spielen zu erleben. Obwohl es sich um Victorias erstes Junges handelt, sorgt sie für das Kleine, als hätte sie nie etwas Anderes getan, und es deutet alles darauf hin, dass man das Junge irgendwann im März im Außengehege erleben kann. Bei seiner Geburt wog das Junge nur ca. 600 g, aber wenn es die Höhle nach etwa drei Monaten verlässt, wird sein Gewicht bei ca. 10-15 kg liegen.  In Freiheit folgen die Mutter und ihr Junges einander 24-28 Montage lang, bis das Weibchen im dritten Frühling nach der Geburt brünstig wird. Bisweilen wird das Junge bereits im zweiten Frühling entwöhnt oder bleibt bis zum vierten Frühling bei seiner Mutter. In einem Zoo kann das Junge die Mutter jedoch auch noch länger begleiten und von ihr gesäugt werden.

Eisbären erfordern viel Aktivierung, um kein stereotypes Verhalten zu entwickeln, und die Tierpfleger geben sich Mühe, um neue spannende Arten der Beschäftigung für die Tiere zu finden. So wird beispielsweise Essen vergraben, Fett oder Honig auf die Felsen geschmiert oder mit lebenden Fischen gefüttert. Außerdem werden die Bären mit Autoreifen, Bällen oder anderen Spielsachen aktiviert – Eisbären sind sehr neugierig und verspielt! Um das Interesse der Tiere aufrecht zu erhalten, muss man sich ständig etwas Neues einfallen lassen, und Routinen sind zu vermeiden.


Sehen Sie hier einen Videoclip mit einem Ball spielenden Felix.

In Freiheit ernähren sich Eisbären hauptsächlich von Robben, aber sie sind wie alle Bären Allesfresser, und im Zoo stehen daher auch Obst und Gemüse auf dem Speiseplan – daher ist es nicht ungewöhnlich, dass man hier einen Eisbären sieht, der Äpfel oder Möhren isst! Hauptsächlich werden die Eisbären jedoch mit Pferdefleisch und Fett gefüttert. 

Sehen Sie in unserer Bildgalerie weitere Bilder von Eisbären.